Erbschaftsteuer: Szenarien für die Zukunft des Unternehmens entwickeln

Veröffentlicht

am

1/8/15

Unternehmer können durch die Neuregelung der Erbschaftsteuer ihr Betriebsvermögen nicht mehr grundsätzlich steuerbegünstigt übertragen, wenn sie über einen festen Zeitraum hinweg die Lohnsumme erhalten. Der Gesetzgeber hat Schwellenwerte für die Begünstigung eingezogen.

Seit Mitte Dezember 2014 wird im deutschen Mittelstand vor allem ein Thema sehr aufmerksam verfolgt. Seitdem das Bundesverfassungsgericht die bislang geltenden Regeln bei der steuerbegünstigten Firmenübertragung für verfassungswidrig erklärt hat, wird über die Neugestaltung der Erbschaftsteuer diskutiert, die bis Juni 2016 in Kraft treten muss.

Nun hat das Kabinett ausgehend von den Plänen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble Anfang Juli den Regierungsentwurf zur Erbschaftsteuerreform beschlossen. „Dieser basiert auf dem Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums von Anfang Juni. Die Pläne sehen vor, dass Unternehmenserben nicht mehr grundsätzlich von der Erbschaft- beziehungsweise Schenkungsteuer befreit sein sollen, wenn sie die Lohnsummen in ihren Betrieben über einen gewissen Zeitraum beibehalten“, erläutert Burkhard Küpper, Steuerberater und geschäftsführender Gesellschafter der Steuerberatungsgesellschaft Albers aus Düsseldorf. Die renommierte Kanzlei hat sich einen Namen als steuerlicher und betriebswirtschaftlicher Begleiter und Berater des inhabergeführten Mittelstandes gemacht.

„Der Gesetzgeber hat eine Freigrenze von 26 Millionen pro Erwerb von einer Person innerhalb von zehn Jahren eingezogen. Liegt der Wert einer Unternehmensübertragung oberhalb dieser Schwelle, wird Erbschaft- beziehungsweise Schenkungsteuer fällig, für deren Begleichung auch das Privatvermögen herangezogen werden kann“, erläutert Burkhard Küpper weiter. Liegen bestimmte qualitative Merkmale in den Gesellschaftsverträgen oder Satzungen vor, erhöht sich die Freigrenze auf 52 Millionen, will heißen: „Gemeint sind damit Ausschüttungs-, Stimmrechts- und Veräußerungsbeschränkungen, vor allem Familienunternehmen mit Kapitalbindung können davon profitieren“, fügt Jens Albers hinzu, ebenfalls Steuerberater und geschäftsführender Gesellschafter und Gründer der Kanzlei. Kleinunternehmen mit bis zu drei Mitarbeitern sollen weiterhin – bei Einhaltung der Lohnsumme über sieben Jahre – von Steuerzahlungen verschont werden, für größere Betriebe mit bis zu 15 Mitarbeitern soll es unter bestimmten Bedingungen ebenfalls Vergünstigungen geben.

Doch was heißt diese Neuregelung – vorbehaltlich der notwendigen Zustimmung durch Bundesrat und Bundespräsident – für Unternehmer und deren nachfolgende Generation? „Inhaber von Betriebsvermögen und deren Erben sollten sich bei einer signifikanten Unternehmensgröße darauf einstellen, dass Erbschaft- beziehungsweise Schenkungsteuer bei einer Übertragung fällig wird. Von den Schwellensummen dürfen sie sich nicht täuschen lassen, diese sind schneller erreicht, als man vielleicht denken mag, beispielsweise aufgrund von Maschinen oder Immobilien“, sagt Burkhard Küpper.

Deshalb sollten sich Unternehmer gemeinsam mit ihrem Steuerberater über mögliche Gestaltungsmöglichkeiten austauschen. „Natürlich: Der umfassende Erbfall durch den plötzlichen Tod des Unternehmers können wir nicht verhindern. Aber wir können zum Beispiel Szenarien durchspielen, wie sich Unternehmensteile steuerlich begünstigt und völlig legal über die Jahre hinweg an die Erbengeneration übertragen lassen. Dafür sollte allerdings nicht mehr allzu viel Zeit verstreichen, denn spätestens kommenden Sommer tritt die Neuregelung in Kraft“, betont Jens Albers. Er warnt aber vor überhasteten Übertragungen – vor allem dann, wenn diese nur aufgrund des aktuell noch geltenden Gesetzes vollzogen wird. „Es besteht kein Vertrauensschutz für eine rückwirkende Neuregelung des Gesetzesgebers. Bei der sogenannten ‚exzessiven Ausnutzung’ der als verfassungswidrig anerkannten Regelungen kann die Begünstigung immer nachträglich noch abgelehnt werden.“ Deshalb sei ein spontaner Alleingang für Unternehmer nicht ratsam.

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