Beim Jahresabschluss die Bank nicht aus den Augen verlieren

Veröffentlicht

am

1/4/13

Jens Albers und Burkhard Küpper von Düsseldorfer Steuerberatungsgesellschaft Albers raten Unternehmern dazu, den Jahresabschluss nicht nur steueroptimiert zu betrachten.

Anfang des Jahres ist die Basel III-Richtlinie in Kraft getreten. Konkret bedeutet das, dass Banken ihre Kreditgeschäfte mit mehr Eigenkapital unterlegen und Reserven für Krisenzeiten aufbauen müssen. Das wiederum wirkt sich auf die Finanzierung von Unternehmen aus, denn es fällt diesen durch die verschärften Regeln zum Teil schwerer, Kredite bei den Finanzinstituten zu erhalten. Je risikoreicher ein Kredit für die Bank ist, desto teuer wird er für das Unternehmen, das sich finanzieren will. Im Zweifel lehnt die Bank sogar ganz ab und ein Unternehmer steht ohne Geld da, was existenzbedrohend sein kann.

Die Banken ermitteln das Risiko über interne Ratings, in denen die Bonität des potenziellen Schuldners festgestellt wird. „Um sich ein Bild über ein Unternehmen zu machen, schauen die Banken natürlich auch in den Jahresabschluss“, sagt Burkhard Küpper, geschäftsführender Gesellschafter der Steuerberatungsgesellschaft Albers aus Düsseldorf. „Deshalb muss dieser Jahresabschluss so gestaltet sein, dass sie kein negatives Licht auf ein Unternehmen wirft und eine Kreditvergabe verteuern oder sogar verhindern könnte.“

Küpper weiß, wovon er spricht. Gemeinsam mit seinem Partner Jens Albers, als Gründer der Kanzlei ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter, berät er Mandanten sowohl steuer- als auch betriebswirtschaftlich und begleitet sie bei ihren Gesprächen und Verhandlungen mit der Bank. „Wir stellen immer wieder fest, dass viele Jahresabschlüsse aber gerade nicht darauf zugeschnitten sind, dass sie bei Kreditverhandlungen das positive Zünglein an der Waage sein können, sondern einzig und allein so gestaltet werden, dass sie für das Unternehmen so steuerschonend wie möglich sind“, berichtet Jens Albers, der seit mehr als 30 Jahren mittelständische Mandanten betreut.

Es ist also den Steuerprofis zufolge nicht ratsam, wenn sich Unternehmer von ihren Steuerberatern bei der Steuerbilanzierung nur hinsichtlich der Steueroptimierung beraten lassen. „Es nützt einfach nichts, vielleicht zwar etwas weniger Steuern zu zahlen, aber dafür gleichzeitig an der notwendigen Unternehmensfinanzierung zu scheitern“, warnt Jens Albers. Beide Steuerberater, die seit 1994 zusammenarbeiten, haben festgestellt: „Das Finanzamt ist keineswegs der größte Feind der Unternehmer. Viel entscheidender ist, dass die Bank ein Partner ist, auf den sich die Unternehmer dauerhaft verlassen können.“

Jens Albers und Burkhard Küpper raten deshalb dringend dazu, dass sich Unternehmer eine eigene Meinung über die Bedeutung den Jahresabschluss und vor allem die Zukunft machen. In Vordergrund stehe, alle Szenarien durchzuspielen um so festzustellen, welche Auswirkungen eine steuerbilanzielle Entscheidung auf die Zukunft haben könne. „Viele Steuerberater sind leider ausschließlich fiskalisch orientiert und haben solche Parameter nicht im Blick. Um ein Unternehmen aber umfassend beraten zu können, ist es wichtig, eben solche Themen nicht zu vernachlässigen, sondern in den Fokus zu rücken“, sagt Burkhard Küpper. Steuerberater, die gleichzeitig auch betriebswirtschaftlich stark seien, seien deshalb die richtigen Ansprechpartner für Unternehmer in solchen Situationen.

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